Haben die Banken ein gestörtes Verhältnis zur Glücksspielbranche?

So manches Unternehmen aus dem Bereich Glücksspiel und Wette fühlt sich von der Hausbank unverstanden. In einer Umfrage unter 37 Experten aus Geldwäscheabteilungen österreichischer Banken bin ich diesem Eindruck auf den Grund gegangen.

Tatsächlich meinen 65 % der befragten Geldwäsche-Experten, dass Unternehmen aus der Glücksspiel- und Wettbranche als Bankkunden eher abgelehnt werden sollten:

Konkret wird befürchtet, dass die Monitoringsysteme der Banken Geldwäscheverdacht in diesen Branchen nicht zuverlässig erkennen könnten. Immerhin 32 % der Experten schätzen dieses Risiko als hoch ein:

Befürchtet wird aber auch, dass sich aus den Personen der wirtschaftlichen Eigentümer ein erhöhtes Risiko ergeben könnte. Immerhin 57 % der Experten sehen darin ein hohes Risiko, während es nur 3%  als vernachlässigbar einschätzen:

Dem entsprechend ist man sich unter den Geldwäsche-Experten österreichischer Banken auch einig, dass bei Kunden aus der Glücksspiel- und Wettbranche jedenfalls verstärkte Sorgfalt anzuwenden und diese als Hochrisikokunden zu führen sind:

 

Praxistipp für die Bank:

Betrachten Sie das Geschäftsmodell des (potentiellen) Kunden sehr genau. Studieren und hinterfragen Sie die AML-Risikoanalyse Ihres (potentiellen) Kunden: in vielen Fällen werden Sie erkennen, dass jene Risikofaktoren, die die FATF oder die Nationale Risikoanalyse für Glücksspielunternehmen definiert haben, bei unseren österreichischen Firmen gar nicht vorliegen.

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