Immer wieder wird darüber diskutiert, ob die nun schon seit mehr als 2 Jahren anhaltende Corona-Krise Kriminalität gefördert hätte, die zu vermehrter Geldwäsche führt. Medien berichten immer wieder, dass dies der Fall sei.

Ich wollte nun die Probe aufs Exempel machen und feststellen, ob in Österreich Auswirkungen der Corona-Krise auf die Zahl von Auffälligkeiten und/oder Verdachtssituationen in der Geldwäsche-Prävention hatten.

Um eine Antwort aus erster Hand zu finden, habe ich im Dezember 2021 eine Umfrage unter österreichischen Geldwäsche-Praktikern durchgeführt, deren Ergebnis ich hier veröffentliche. Ich denke, das Ergebnis ist durchaus aussagekräftig, da immerhin 39 Geldwäsche-Experten aus österreichischen Banken und sonstigen Unternehmen aktiv an der Umfrage teilgenommen haben.

Die Frage:

War in Ihrer Organisation ein gesteigertes Vorkommen von Auffälligkeiten und/oder Verdachtssituationen in der Geldwäscheprävention erkennbar?

 

Ja, es zeigt sich, dass eindeutig Auswirkungen der Corona-Krise in den Geldwäsche-Geschäftsfällen erkennbar waren.

Immerhin ca 12,5% der Befragten haben solche eindeutig festgestellt. Und rund 27% der Befragten beantworteten die Frage immerhin mit „eher ja“.

 

 

Bemerkenswert ist, dass die Zusammenhänge mit Corona offensichtlich primär von Banken erkannt wurden. Non-Banks haben nämlich keinerlei eindeutigen Zusammenhang von Verdachtsfällen mit der Corona-Krise erkannt, sondern höchstens für möglich gehalten („eher ja“: ca 22%).

Dem entsprechend wurde von Non-Banks auch überwiegend (50%) eindeutig kein Zusammenhang gesehen.

 

 

Anders bei den Banken:

Unter den Bank-Geldwäsche-Experten sehen ca 19% eindeutig erkennbare Zusammenhänge von Auffälligkeiten und/oder Verdachtsfällen mit der Corona-Krise.

Rechnet man die „eher ja“-Antworten hinzu, werden in Banken von rund 50% der Experten Auswirkungen der Corona-Krise auf Geldwäschefälle gesehen.

Rudolf Nikolaus Kellermayr, Dezember 2021